Böllergruppe, Salut
 

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[In Bearbeitung]


Königlich privilegierte Feuerschützen Dingolfing - Böllergruppe

Wie Eingangs in "Unsere Ziele" bereits erwähnt ist ein Schwerpunkt des Vereines das Brauchtum unserer Region zu erhalten. Hierzu wurde am 28.10.2006 eine Genehmungsanfrage (Bedürfnisanfrage) an die Stadt,- und das Landratsamt Dingolfing gestellt, das Böllerns innerhalb des Vereines zur Brauchtumspflege, mittels Hand,- und Schaftböller sowie Böllerkanone, durchführen zu dürfen. Am 28.11.2006 folgte die "Erteilung einer Ausnahmegenehmigung" bei brauchtumsgebundenen Anlässen unter Verwendung von Hand,- und Schaftböllern sowie Böllerkanone schießen zu dürfen. Damit waren die Voraussetzungen zur Gründung einer Böllergruppe innerhalb des Vereins geschaffen und die Gruppe wurde ins Leben gerufen. Des Weiteren stellt das Böllerschießen eine Ergänzung zu dem im Verein seit langem schon praktizierten Salutschießen mittels Vorderladergewehren dar.

Angeknüpft an eine schöne alte „Dingolfinger-Tradition“ können nun "einmaligen Anlässen" besondere Rahmen verliehen werden. Zu erwähnen wären hier Anlässe, wie z.B. Christkindlschießen / Mettenschießen, Silvester,- und Neujahranschießen (sprich Raunächtschießen), wichtige Feiertage (Fronleichnam, Kirchweih), sowie Kirchenpatrozinium, Hochzeiten, Taufen, Fahnenweihen, Maibaumaufstellen und Beerdigungen.

Zur Stadt Dingolfing, der königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft, und den ausgeübten Traditionen: 

Im Laufe der Geschichte der Stadt Dingolfing war es Gang und Gäbe zu den verschiedensten Anlässen und Festen das Böllerschießen zu betreiben. In früherer Zeit umfasste der Begriff des Böllerschießens auch das sog. Blind,- und Salveschießen (Salut). Das Böllerschießen selbst geht ebenfalls aus den alten Schriftstücken des „Stadtarchivs Dingolfing“ hervor.

Hierzu drei hervorzuhebende Ereignisse aus der Geschichte der Stadt Dingolfing:

25. August          1880:

Feier des 700 jährigen Wittelsbacher-Jubiläums. Dem Festprogramm ist zu entnehmen, dass am Mittwoch den 25. Aug. 1880 morgens um 5 Uhr ein „Taganschießen mittels Böller“ stattfand (Archiv Fach Nr. I Akt Nr. 1).

10. Mai                 1887:

Huldigung seiner königlichen Hoheit des Prinz-Regenten Luitpold von Bayern. Aus dem Programmablauf in einer damaligen Zeitung abgedruckt geht hervor, dass bei „Ansichtigwerden des Zuges Böllerschüsse abgefeuert“ wurden. Dies wird auch durch einen weiteren Zeitungsartikel jener Zeit belegt (Archiv Fach Nr. 1 Akt Nr. 4).

1./2. September 1895:

Gedächtnisfeier des ruhmreichen Feldzuges 1870/71. Hier wurden am Samstag den 31. August abends um 8 Uhr ein „Zapfenstreich unter Kanonendonner“ und am Sonntag den 1. September um 5 Uhr in der Früh ein „Tagreveille (Tagaufwecken) ebenfalls unter Kanonendonner“ abgehalten (Archiv Fach Nr. A70 Akt Nr. 9).

 

Im Anschluss dazu einige Beispiele des Böllerschießens der Vereine zu den unterschiedlichsten Anlässen:

25./26. Juli           1891:

Jahresfest des Veteranen & Kriegervereins. Aus der damaligen Einladung und dem Programm kann man lesen, dass am Sonntag, den 26. Juli morgens halb 6 Uhr ein „Tagreveille (Tagaufwecken) mit Böllersalven“ stattfand (Archiv A53.7).

27. August          1905:

Der Veteranen und Kriegerverein begeht sein Jahresfest. Samstagabend ½ 8 Uhr: „Böllerfahren, Vormarsch zum Kriegerdenkmal“. Sonntagfrüh 6 Uhr: „Böllerfahren, Tagreveille (Tagaufwecken)“ (Archiv A53.7).

12. April               1924: Kriegerverein Dingolfing. Bitte an den Stadtrat Dingolfing um die Bereitstellung von „50 Schuss für die Schallkanone“ gegen Bezahlung für das 50 jährige Jubiläumsfest des Bayr. Kriegerbundes am 1. Juni 1924 (Archiv A53.7).
28. Juni                1929:

500 Jahrfeier der K. priv. Feuerschützengesellschaft. Aus der Chronik der Feuerschützengesellschaft ist zu lesen (Innenseite der damaligen Festbeilage: „Das Schützenwesen in Dingolfing“). Zitat: „Aus den Schützenrechnungen der Jahre 1754 und 1755 ist zu ersehen, dass Hochzeitsschießen, Vortelschießen, darunter ein verbilligtes Stadt-Vortl abgehalten worden sind“. Beim Hochzeitsschießen (Brautwecken) handelt es sich um ein Böllerschießen. Dies ist dem Buch „Böller-Schießen Brauch & Historie“ von Wilhelm Klein auf Seite 26 zu entnehmen. (Archiv A70/11.2 und A72/2.1).

 

Zur Abrundung dieser historischen Betrachtung über die „Tradition des Böllerschießens in Dingolfing“ sei auf noch einige Dokumente, welche die Stadt selbst betreffen, hingewiesen:

02. Januar           1776:

Schreiben des kurfürstlichen Pfleggerichtes Dingolfing an die Stadt Dingolfing. Betreffend des Verbotes über das „Blindschießen bei Hochzeiten, Kindstaufen und den Raunächten“ (als Raunächte werden die Weihnachts-, Neujahrs- und Dreikönigsnacht bezeichnet). Näheres hierzu erfahren wir in der Ausgabe des Heftes Nr. 60 „Der Storchenturm“ aus dem Jahre 1998 von „Fritz Markmiller“. Auf Seite 153 unter der Überschrift „7) Lärmbrauchtum“ geht H. Markmiller auf das Brauchtum des Rauhnachtschießens in Dingolfing näher ein. Zitat: „Es wurde damals unter dem Aspekt der Sicherheit und des öffentlichen Feuerschutzes befohlen, solches Schießen und die Sonnwendfeuer abzustellen“. In dieser Ausgabe erwähnt H. Markmiller auch, dass das sog. „Christkindelanschießen“ in unserem Heimatraum wenigsten noch auf dem Land verbreitet gewesen ist (Archiv A53.3 und Kopie Nr. 11).

11. Oktober         1884:

Schreiben des königlichen Bezirksamt Dingolfing an die Stadt Dingolfing die Abhaltung öffentlicher Aufzüge betreffend. Inhalt des Schreibens ist das Böllerschießen der Vereine in den frühen Morgenstunden. „Der Magistrat wird aufgefordert diesen Unfug zu steuern“ (Archiv A53.7).

13. Juni                1922:

Betreff Bestellung von Patronenhülsen für die Böllerkanone der Stadt Dingolfing (Archiv A53.7).

24. November    1925:

Angebot an den Stadtrat Dingolfing bezüglich einer Schallkanone. Zitat: „Nachdem in Dingolfing der Wunsch nach einer guten Schallkanone laut geworden ist, erlaube ich mir mit Offerte an den Stadtrat heranzutreten. Meine Schallkanonen sind aus solidem Material zweckentsprechend hergestellt, haben große Schallstärke, wie Sie sich an Kirchweih selbst überzeugen könnten und brauchen wenig Pulver“. Wie im Buch „Böller-Schießen Brauch & Historie“ von Wilhelm Klein auf der Seite 28 und folgenden nachzulesen ist, benutzte man Schallkanonen auch zum „Wetterschießen“ (Kanonen mit Schalltrichter um größere Schallwellen zu erzeugen). Ein Grund des Wetterschießens bestand in der Überlegung mancher Menschen, Gewitterwolken mittels des Schalldruckes zerteilen zu können und somit die Gefahr für die Ernte durch Unwetter und Hagelschlag zu mindern. Ein anderer im Aberglauben die „schauerhaften Hexen“ durch Schießen vertreiben zu können (Archiv A53.7).

31. Januar           1930:

Betreff Schallkanone. Reparaturanfrage an Otto Altmann, Schmiedemeister in Bubach (Archiv A53.7).

15. März               1933:

Haftpflicht bei Verwendung von gemdl. Böllern, Schall- u. Salutkanonen. Hinweis auf notwendige Versicherung (Archiv A53.7).

04. Juli                 1936:

An alle Ortspolizeibehörden und Gendarmeriestationen. Betreff Salutschießen. Hinweis auf eine notwendige Genehmigung (Archiv A53.7).

03. November    1955:

Der FA. (Finanzausschuss) beschließt die Beschaffung einer Schnellfeuersalutkanone (Archiv A70/21).

09. Dezember     1955:

Beschussbescheinigung. Salutkanone (Böller) Nr. P84 Bauart Josef Wenig, Pocking 50 mm Durchmesser (Archiv A70/21).

12. Dezember     1955:

Dingolfinger können wieder Böller schießen. Zeitungsartikel, Zitat: „Die am Samstag in Dingolfing eingetroffene neue Kanone, aus bestem Gussmaterial hergestellt, soll friedlichen Zwecken dienen; sie kommt auf den Friedhof. Auf Antrag weitester Kreise, auch der soldatischen Verbände, hat die Stadt die neue Böller-Salutkanone für rund 800 DM bei dem „Kanonenkönig“ Josef Wenig in Pocking gekauft“ (Archiv A70/21).

 


"Böllern mit Kanonen beim Flugplatzfest "

 

 
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Stand: 21.03.17 Stefan Hoiß, Herbert Feix